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Über Fruchtfolgegestaltung Probleme lösen

Branchenfenster: Pflanzenschutz. Foto: Peter Gaß Auf 75% des Ackerlandes wachsen Weizen, Mais, Gerste oder Raps. Foto: Peter Gaß lws./dlg. WIESBADEN / FRANKFURT AM MAIN. Welchen Einfluss hat die Fruchtfolgegestaltung auf den Pflanzenschutz? Antworten auf diese Frage gab es auf der DLG-Wintertagung in Münster/Westfalen.

Die aktuelle Situation der Fruchtartenverteilung auf den deutschen Ackerflächen sieht in etwa so aus: Auf über drei Viertel des Ackerlandes wachsen Weizen, Mais, Gerste oder Raps, und auf rund 45 Prozent des Ackerlandes steht Wintergetreide. Winterungen nehmen ca. 56 Prozent des Ackerlandes ein und, mit Ausnahme von Mais, haben alle Sommerkulturen in den letzten 25 Jahren an Fläche verloren oder sind unter einem Prozent der Ackerfläche geblieben. Ursache für diese Entwicklung dürfte die Tatsache sein, dass man sich bei der Auswahl der Kulturen zur Gestaltung der Fruchtfolge vor allem am kurzfristig erzielbaren Deckungsbeitrag und weniger an nachhaltigen pflanzenbaulichen Belangen orientiert hat.

Hieraus resultieren Konsequenzen, mit denen sich Ackerbau und Pflanzenschutz immer mehr auseinandersetzen müssen und die ein Umdenken erfordern. Enge getreidereiche Fruchtfolgen sind durch eine hohe und kostenintensive Pflanzenschutzintensität mit einem erhöhten Risiko zur Resistenzbildung gekennzeichnet. Die bundesweit zunehmenden Probleme bei der Bekämpfung von Ackerfuchsschwanz und Windhalm, aber auch der Wirkungsverlust wichtiger Fungizide sind hierfür bekannte Beispiele.

Bei der Gestaltung der Fruchtfolgen wird häufig übersehen, dass Kulturartenvielfalt auch eine Strategie zur Risikoabsicherung gegenüber Witterungsextremen oder nur den jahresbedingten Ertragsschwankungen sein kann. Auch scheinbar besonders ertragsstabile Kulturen, zu denen der Winterweizen zählt, können in einzelnen Jahren stark unterdurchschnittliche Erträge bringen, wie das Jahr 2017 zum Beispiel im Rheinland mit Weizenerträgen von zum Teil unter sieben t/ha im Betriebsdurchschnitt gezeigt hat.

Der hohe Anteil an Winterungen stellt die Betriebe in den nördlichen Bundesländern aufgrund der anhaltenden Nässe vor besondere Herausforderungen. Die zu erwartende Zunahme von Extremwetterereignissen muss auch vor dem Hintergrund eingeschränkter Möglichkeiten zur Reduktion der Bodenbearbeitung in engen Fruchtfolgen beachtet werden.

Energiesparende und erosionsstabile Bodenbewirtschaftungssysteme mit Mulchsaat erfordern den ständigen Wechsel von Winterung und Sommerung und/oder von Halm- und Blattfrucht. Wird dies nicht beachtet, nehmen die Probleme mit Ungräsern und Fruchtfolgekrankheiten zu. Verbesserte Tragfähigkeit bei Pflugverzicht und ein „Mehr“ an Kulturen erweitern die Spielräume für die Ausbringung von Wirtschaftsdüngern.

Enge Fruchtfolgen haben aber auch andere Auswirkungen, denen oft zu wenig Beachtung geschenkt wird. So fallen die Maßnahmen zur Bodenbearbeitung, Bestandesführung und auch die Ernte in enge Zeiträume, was zu extremen Arbeitsspitzen führen kann und häufig bedingt, dass die Arbeiten beziehungsweise produktionstechnische Maßnahmen nur suboptimal erledigt werden können.

Zudem ist eine besonders schlagkräftige, großzügige und deswegen teure Mechanisierung erforderlich. Einspareffekte bei den Arbeitserledigungskosten, die durch eine Umgestaltung der Fruchtfolge möglich sind, können je nach betrieblicher Ausgangssituation so groß sein, dass auch der Anbau deckungsbeitragsschwacher Kulturen lohnend sein kann, wenn die gesamte Fruchtfolge über einen Deckungsbeitrag hinaus bewertet wird.

Foto: Peter Gaß
Text: Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft e. V. (DLG), Pressemitteilung vom 26. Januar 2018
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